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Leitbild des ambulanten Pflegedienstes Heike  Schmook

 

Vorwort 

An der Erarbeitung und Entwicklung des Leitbildes waren nahezu alle Mitarbeiter beteiligt, eine kleine Arbeitsgruppe hat letztendlich alle Ideen, Gedanken und Vorschläge gesammelt und diskutiert und zu einem Ganzen zusammengefaßt. Das Leitbild soll und kann keine statische und für alle Zeit festgeschriebene und verbindliche Orientierung sein. Die Entwicklung des Wissens im allgemeinen und der Pflegewissenschaft im besonderen ist ständig im Fluß und unterliegt vielfältigen gesellschaftlichen und kulturellen Einflüssen. So verstehen wir unser Leitbild als eine Arbeitsgrundlage und Orientierung, die auch weiterhin diskutiert, verändert und aktualisiert wird. Damit verknüpfen wir auch die Hoffnung auf einen regen Gedankenaustausch und ein ständiges Nachdenken über eigene Einstellungen und Überzeugungen im Bereich der Pflege.

 

Häusliche Pflege
und professionelle Pflegepraxis

Handlungsfelder beruflicher Pflege

 

Gesundheitspflege

 

Wir gehen in der häuslichen Pflege primär vom gesunden Menschen aus. Trotz Einschränkungen der Gesundheit sind viele pflegebedürftige Menschen in der Lage, ihre Selbstpflege weitestgehend zu gewährleisten. Sie benötigen aber vielfach Beratung, Anleitung und Unterstützung z. B. in Fragen der Ernährung, der Bewegung und des richtigen Atmens. Wir Pflegende haben hier vielfältige pädagogische Aufgaben. Gesundheitsfördernde Maßnahmen sollen das Wohlbefinden und die Lebensqualität der Betroffenen erhalten oder verbessern. Neben der Verhaltensprävention, die sich am einzelnen Menschen und seinem Verhalten orientiert, legen wir großen Wert auf die Verhältnisprävention, d.h. die umgebenden Bedingungen und Verhältnisse, die die Gesundheit beeinflussen. Gesund zu bleiben und sich gut zu fühlen ist in großem Maße von äußeren Faktoren abhängig wie der Wohnsituation und den Umweltbelastungen, der Erreichbarkeit sozialer und gesundheitlicher Einrichtungen, den Freizeitmöglichkeiten und nicht zuletzt von der ökonomischen Situation der Betroffenen. Hier können und sollen wir Pflegenden uns zu Interessenvertretern der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen machen.

  

Krankenpflege

 

Das häufige Auftreten von chronisch-degenerativer Erkrankungen und die Multimorbidität im Alter verlangen eine an den Bedürfnissen und Wünschen der Betroffenen ausgerichtete Pflege und Langzeittherapie. Unser pflegerisches Handeln ist dabei ausgerichtet auf die Unterstützung und Übernahme der Lebensaktivitäten, auch unter Zuhilfenahme technischer und medikamentöser Maßnahmen. Bei akuten Gesundheitsproblemen haben die Maßnahmen Priorität, die für die Aufrechterhaltung der wichtigsten Körperfunktionen sorgen, z. B. das Freihalten der Atemwege bei betroffenen Menschen mit Schluckstörungen oder die entlastende Lagerung bei Herzkranken. Dazu bedarf es neben der pflegerischen Kompetenz auch der Kenntnisse im Bereich der Medizin und Pharmakologie und auch das sichere Handeln in Notfallsituationen ist unerläßlich.


Rehabilitative Pflege 

Dauerhafte Einschränkungen im Bereich körperlicher und auch psychosozialer und geistiger Fähigkeiten erfordern eine Pflege, die darauf ausgerichtet ist, mit diesen Beeinträchtigungen umzugehen, sie zu akzeptieren und da, wo es möglich ist, Ressourcen und Kompetenzen der Betroffenen zu fördern. Dieses Wiedererlangen der Fähigkeiten im Bereich der Lebensaktivitäten wollen wir durch eine aktivierend-therapeutische Pflege unterstützen. Gerade in diesem Bereich professioneller Pflege ist die Einbeziehung der Angehörigen und die enge Zusammenarbeit mit ihnen unerläßlich. Sie sind sowohl Mit-Betroffene als auch wichtige Co-Therapeuten. Das ist ein langer Weg für alle Beteiligten und verlangt ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen von Seiten der Pflegenden.

 

Palliative Pflege 


Wir möchten die uns anvertrauten Menschen betreuen und unterstützen, auch wenn es keine Heilung, keine Besserung von Beeinträchtigungen mehr gibt. Gerade in der Krise, im Umgang mit schweren Schmerzen, beim Sterben und Tod und bei der Trauer wollen wir die pflegebedürftigen Menschen begleiten. Unsere Hauptaufgabe sehen wir in der Linderung von Schmerzen, der Zuwendung, Begleitung und Stützung der Betroffenen und Angehörigen. Wir wollen das Recht des Menschen auf ein individuelles Sterben und seinen eigenen Tod achten. Der Tod ist für uns keine Niederlage sondern gehört zum Leben dazu als letzte Phase des Menschen. Wir wollen Sterben und Tod nicht tabuisieren und an die Institution Krankenhaus delegieren, sondern durch unsere Pflege soll den Betroffenen die Möglichkeit gegeben werden, in ihrer vertrauten Umgebung zu bleiben.

Zentralkategorien der Pflege

Menschenbild

Jeder Mensch ist ein einzigartiges Individuum und die Würde des Menschen ist für unser Pflegehandeln leitend. Wir gestehen jedem Pflegebedürftigen seine Autonomie und Selbstbestimmung zu, Entscheidungen und Handlungen, die die Pflege betreffen, liegen in der Verantwortung des Betroffenen. Bei bewußtseinsgestörten Pflegebedürftigen versuchen wir so zu handeln, wie es unserer Meinung nach im Sinn und zum Wohle des Betroffenen ist. Dabei sollen uns die Lebenspartner, Angehörigen und Freunde unterstützen. Wir möchten den Menschen in all seinen Dimensionen berücksichtigen, soweit es für unsere Pflege von Belang ist. Dazu gehört neben der körperlichen die psychosoziale und geistige Ebene.

 

Umgebung

Der Mensch kann nicht losgelöst von seiner Umwelt betrachtet werden. In der häuslichen Pflege spielt der Aspekt der Umgebung eine große Rolle. Die eigene Wohnung gibt das Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit. Der Pflegebedürftige ist hier in seiner Privatsphäre. Für viele bewusstseinsgestörte Menschen gibt sie Orientierung und Halt. Besonders wichtig für pflegebedürftige Menschen ist das soziale Umfeld. Soziale Unterstützung und Eingebundensein in eine Gesellschaft haben positive Auswirkungen auf den Gesundheitszustand. Wir möchten gezielt die Angehörigen in den Prozeß der Pflege integrieren und soziale Kontakte der Pflegebedürftigen fördern. Da wo betroffene Menschen alleine sind und dieses als Belastung wahrnehmen, versuchen wir, Unterstützung und Hilfe anzubieten.

Gesundheit

Das, was als gesund oder krank angesehen wird, verändert sich im Laufe der Geschichte und ist kulturell beeinflußt. Wurden früher noch bestimmte Behinderungen oder Einschränkungen als gegeben hingenommen, werden sie heute als behandlungsbedürftig angesehen. Mit Ausnahme der akuten Erkrankungen gibt es keine klare Trennung zwischen Krankheit und Gesundheit, beide sind auch weniger statische Zustände als dynamische Prozesse. Wir akzeptieren keine Normen für Gesundheit, sondern was als gesund oder krank empfunden wird, ist individuell verschieden. Befindet sich ein Mensch in seinen körperlichen, psychosozialen und geistigen Dimensionen im Einklang mit seinen Möglichkeiten, seinen Lebensumständen und Lebenszielen, so sehen wir diese Person als gesund an. Eine Beeinträchtigung der Gesundheit ist dann vorhanden, wenn sich in diesen Bereichen Anforderungen ergeben, die nicht erfüllt oder bewältigt werden können. Einschränkungen der Gesundheit ergeben sich oft aus gesellschaftlichen Bedingungen. Betroffen sind besonders alte und pflegebedürftige Menschen. Hier sehen wir einen Ansatzpunkt für eine gesellschaftliche Position in der Pflege.

Pflege

Wir verstehen unter Pflege ein professionelles Pflegehandeln, welches auf (Pflege-) wissenschaftlicher Basis beruht und entsprechend begründbar ist. Den theoretischen Bezugsrahmen bilden dabei Theorien, Modelle und Konzepte der Pflege und deren Bezugsdisziplinen. Beim Pflegehandeln geht es zunächst um das Erkennen und Diagnostizieren des individuellen Pflegebedarfs. Hierbei spielt die Biographie und Lebenswelt des pflegebedürftigen Menschen ein wichtige Rolle. Anschließend erfolgen die Planung der Pflege und das Festlegen realistischer Pflegeziele, die Durchführung der Pflegemaßnahmen und die Beurteilung und Bewertung des Pflegeerfolges. Die Mitarbeit der Pflegebedürftigen und deren Angehörigen ist vor allem bei der Pflegebedarfserhebung, dem Festlegen der Pflegeziele und dem Planen der Maßnahmen unerläßlich. Ein so verstandenes professionelles Pflegehandeln setzt die Herstellung einer Beziehung zwischen Pflegendem und Gepflegtem voraus und die Fähigkeit einer analytischen Vorgehensweise im Sinne eines Problemlösungsprozesses.

Die Pflegenden
und die Organisation
des Gesamtbetriebes 

Die wachsenden Anforderungen in der häuslichen Pflege erfordern vielfältige und umfassende Kompetenzen. Die Entwicklung zum erfahrenen Pflegenden und zum Pflegeexperten ist wichtig für eine professionelle berufliche Pflegepraxis. Neben einer langjährigen Berufserfahrung ist dabei die kontinuierliche Fort- und Weiterbildung im Sinne eines lebenslangen Lernens unerläßlich.Wir fordern und fördern unsere Mitarbeiter durch inner- und außerbetriebliche Fort- und Weiterbildungen. Eine gezielte Förderung der Mitarbeiter soll zur Steigerung der ( pflegerischen und sozialen ) Kompetenz beitragen, die Autonomie und Kritikfähigkeit stärken und insgesamt die Arbeits- und Berufszufriedenheit erhöhen. Die Pflegenden "vor Ort" sind die "Schlüsselfiguren" für das Erreichen einer hohen Pflegequalität. Eine Orientierung am Pflegebedürftigen und seinen Angehörigen setzt eine Personalorientierung voraus. Dazu gehört eine gezielte Einarbeitung und Begleitung für neue Mitarbeiter ebenso wie regelmäßige Teambesprechungen, Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen und eine langfristige Karriereplanung sowohl in vertikaler als auch in horizontaler Form. Die Organisation und Leitung eines modernen Pflegedienstes verlangt ein professionelles Management. Dabei sind betriebswirtschaftlich-ökonomische Aspekte mit professionellem Pflegehandeln und Qualitätssicherung in Einklang zu bringen. Durch eine kooperativen Führungsstil, offene Kommunikationsstrukturen und Transparenz möchten wir ein gutes Betriebsklima schaffen. Die Arbeitszeiten und Einsatzplanungen sollen flexibel, familien- und frauenfreundlich sein, dabei sind sowohl die Wünsche der Pflegebedürftigen und deren Angehörigen als auch die der Mitarbeiter zu berücksichtigen.Kontinuität in der Beziehung Pflegender und Pflegebedürftiger und genügend Zeit für eine adäquate Pflege sind zentrale Forderungen aller Beteiligten. Die Entwicklung eines Bezugspflegesystems u.a. durch die Schaffung von Pflegegruppen ist deshalb ein vorrangiges Ziel.

 

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